Am vergangenen Freitag saßen in Berlin-Neukölln vier Vertreterinnen und Vertreter demokratischer Parteien nebeneinander: Steffen Krach für die SPD, Bettina Jarasch für die Grünen, Elif Eralp für die Linke und Christoph Meyer für die FDP. Eingeladen zu diesem „Wahlforum“ hatte der Rat der Berliner Imame, die Räume stellte der Moscheeverein Neuköllner Begegnungsstätte. Die CDU hatte abgesagt. Gewählt wird am 20. September.
Monthly archives of “August 2026”
Eine Gutenachtgeschichte
Ali Mete hat am 22.08.2026 in einem Beitrag auf IslamiQ aufgeschrieben, was die Islamdebatte angeblich ausblendet. Sein Befund wiederholt das Dauerthema muslimischer Organisationen: Die öffentliche Auseinandersetzung über den Islam in Deutschland verlaufe entlang der Achsen Sicherheit, Extremismus, Gefahr und alles andere – die Alltagsarbeit, die Sozialräume, das Ehrenamt – kämen darin nicht vor. Als bloße Feststellung über die reale Schieflage der öffentlichen Islamdebatte ist das durchaus zutreffend. Muslimfeindlichkeit, als Resultat dieser Schieflage, ist messbar, sie wird teilweise politisch verharmlost und sie trifft Menschen in ihrem Alltag.
Unterschätzte Player
Die deutsche Religionspolitik arbeitet seit zwanzig Jahren mit einer Annahme, die inzwischen nicht mehr wie eine Vermutung klingt, sondern wie ein Befund. Sie lautet, dass die Moscheegemeinden gegen Radikalisierung wirken. Und zwar nicht in dem schwachen Sinn, dass dort auch irgendwie etwas Gutes geschieht, sondern in dem starken, dass die Anbindung an eine Gemeinde einen jungen Menschen davor bewahrt, sich einer extremistischen Ideologie anzuschließen.
Doppelte Botschaften – Über den Irrtum, der unsere Debatten bestimmt
Am 27. Juli hat die DITIB eine Erklärung zum Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin auf ihre Webseite gestellt. Sie verurteilt darin die Tat. Sie steht dort auf Deutsch, auf der deutschsprachigen Webseite. Auf der türkischsprachigen Version derselben Webseite steht sie heute, fast eine Woche nach dem Anschlag, immer noch nicht.