Sulaiman Wilms, Chefredakteur der Islamischen Zeitung (IZ), hat zum zwanzigjährigen Bestehen der Deutschen Islam Konferenz (DIK) einen Text veröffentlicht, in dem er kritisch auf die vergangenen Jahre dieses Formats zurückblickt: Muslime würden von der DIK nicht als Partner, sondern als Risikofaktor wahrgenommen, das Forum sei von einem Ort des Dialogs zu einer Bühne des Misstrauens geworden, der Koordinationsrat der Muslime (KRM) und seine Basis würden ignoriert.
Man kann diskutieren, ob das alles so stimmt und dabei unterschiedlicher Meinung sein. Was man nicht diskutieren kann, ist die Tatsache, dass diese Analyse unvollständig ist. Sie hat einen blinden Fleck, der für die muslimischen Positionen zur DIK symptomatisch ist. Denn Wilms tut so, als hätten die Verbände, die im KRM organisiert sind, mit dem Zustand, den er und sie beklagen, nichts zu tun. Für einen Chefredakteur, der sich dem innermuslimischen Diskurs verschrieben hat, ist das eine bemerkenswerte Leerstelle. Diese Leerstelle ist exemplarisch für eine weit verbreitete Vermeidungshaltung innerhalb der muslimischen Communitys – und damit eine Motivation für mich, sie mit diesem Beitrag auszuleuchten.